Auf zur Schule

Skundeneshavn heißt die neue Stadt, in der Sturms nun wohnen. Als Papa damals davon sprach, dass sie aus Deutschland wegziehen würden, weil er dann in Haugesund arbeiten würde, da fand Anna das erst mal spannend. Doch je näher die Zeit rückte, desto mehr wurde Anna klar, dass sie ihre Freunde wahrscheinlich nur noch sehr selten sehen würde.

Anna und Jan wurden von Frederike zur Schule gebracht. Anna hatte Angst, denn sie wusste ja nicht, wie die anderen Kinder auf das neue Mädchen aus dem anderen Land reagieren würden. Außerdem konnte Anna kein Wort Norwegisch, aber das sollte nicht das größte Problem für Anna werden.

Als die Sturms die Schule erreichten, bot sich allen ein völlig anderes Bild von der Schule. Anna, Jan und auch Fredericke dachten an die eintönigen, wenig einladenden Schulen in Deutschland.

Die Schule in Skundeneshavn war anders. Alles wirkte sehr gepflegt und sauber. Da es bereits nach 9 Uhr war, waren auch keine Kinder zu sehen. Man hörte jedoch einige Kinder singen, was klar darauf hindeutete, dass es auf jeden Fall auch Musikunterricht in Norwegen gibt.

Rings um die Schule zog sich ein wahres Spielparadies, das sich aus Sportmöglichkeiten, Wiesen und einem großen Kletterpark zusammensetzte. Alles war sehr schön in die Umgebung eingepasst.

In der Schule wurden Sturms gleich von mehreren Erwachsenen und Kindern empfangen.

Eine Frau stellte sich als Frau Jacobsen vor. Komischerweise nicht in norwegisch, sondern in einem sehr guten deutsch. Bald stellte sich heraus, dass es sich um die Direktorin handelte.

Anna betrachtete die anderen Personen eingehender. Dabei fiel ihr Blick auf einen Jungen, der in ihrem Alter sein musste. Dieser sah irgendwie total nett aus und als Anna zu ihm sah, lächelte er verlegen.

Jan hingegen zappelte wie immer herum. Nachdem Frau Jacobsen alle anderen Anwesenden vorgestellt hatte, erzählte sie etwas von der Schule und in welche Klassen Anna und Jan kommen würden.

Danach musste Anna dem Jungen und einem Mädchen folgen. Jan hingegen wurde von Frau Jacobsen und Frederike begleitet. Anna hatte Angst vor dem was da kommen sollte und brachte keinen Ton raus. Plötzlich wandte sich der Junge zu Anna um. „Du brauchst keine Angst zu haben. Wir sind ebenfalls aus Deutschland. Ich bin Ole und das ist Jasmin. Wir wohnen ebenfalls hier in Skundeneshavn und werden uns ein wenig um dich kümmern. Die Kinder, Lehrer und Frau Jacobsen sind sehr nett und die Sprache ist auch nicht das Problem. Viele Kinder können hier auch deutsch, da es auch in der Schule gelehrt wird.

Wir haben in 10 Minuten Pause und werden Dir in dieser Zeit unsere Schule ein wenig zeigen.

Anna war erleichtert und sah Ole in die Augen. Der wurde ein wenig rot und schritt schnell voraus.

Jan, Frau Jacobsen und Frederike gingen in Richtung Lehrerzimmer, als Jan plötzlich stürzte. Keine wusste weshalb, da es hier nur gerade aus ging. Was keiner ahnen konnte war, dass Ansgar, der kleine Troll aus dem Haus von Sturms war.

Frau Jacobsen half Jan auf und tröstete ihn. Dann sagte sie etwas energisch auf Norwegisch, was Frederike und Jan nicht verstanden. „Frau Sturm, gehen sie und Jan bitte in das zweite Zimmer rechts. Sie werden dort schon von den Schülern und der Klassenlehrerin erwartet. Ich komme sofort nach.“

Als Frederike und Jan in den Klassenraum eingetreten waren und die Tür geschlossen war sagte Frau Jacobsen; „Zeige Dich, Du kleiner Unhold. Hier spricht Mette Valdir und befiehlt Dir, dass Du Dich zu erkennen gibst!“

Plötzlich tauchte Ansgar, der kleine Troll aus dem Nichts auf und trampelte nervös von einem Bein auf das andere.

„Wer bist Du und woher kommst Du?“

Ich bin Ansgar aus dem Hause Tuklingar. Die ekeligen, fetten Menschen haben sich in unserem Haus breitgemacht, was ich nicht dulden kann!“

„Tuklingar, höre mir sehr gut zu. Du wirst die Familie akzeptieren müssen, denn vor ihnen und dir steht eine sehr schwierige Aufgabe. Horda gewinnt immer mehr an Macht und will mit ihren Schergen ans Licht treten. Die Sturms und die Tuklingars spiele eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Horda! Du wirst Jan und auch den anderen Sturms also keine Fallen mehr stellen, verstanden?“

Ansgar nickte verlegen. Frau Jacobsen war eine weise Fee, die in die Zukunft sehen konnte. Sie lebte als Mensch, um das Gleichgewicht zwischen Menschen und Trollen zu wahren, damit beide Geschöpfe nebeneinander leben konnten. Ansgar wusste natürlich, dass Frau Jacobsen, bzw. Mette Valdir, wie ihr richtiger Name war, in Wahrheit eine starke Fee war, die auch große Zauberkräfte besaß.

Ansgar nickte, doch gleichzeitig dachte er, er wird es den Sturms schon zeigen. Als hätte Frau Jacobsen das gehört sprühte sie in Richtung Ansgar. „Tuklingar, denke an meine Worte, sonst werde ich dich und deine Sippe mit einem mächtigen Fluch belegen. Ich werde das Haus überwachen lassen. Sollte mir zu Ohren kommen, dass du den Sturms das Leben erschwerst, werde ich dich in einem kleine Karbu verwandeln!“

Ansgar wurde immer kleiner und nickte nur abermals. Er wollte nur schnell nach Hause und nicht mehr in der Nähe der großen Fee sein.

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