Anna wachte sehr früh in ihrem neuen Bett auf. Die Vögel rings um das Haus schienen schon einen Wettbewerb auszutragen, wer wohl der beste Sänger sei. Sonnenstrahlen kitzelten Anna in der Nase, oder sollten es etwa nicht nur Sonnenstrahlen sein?
Anna juckte sich die Nase, aber das Kitzeln wollte einfach nicht aufhören. „Na warte“ dachte Anna und drehte sich abrupt um. Nichts zu sehen, komisch. Anna war fest davon überzeugt, dass Jan auf die dumme Idee kam, ihr gleich am ersten Tag in ihrer neuen Heimat einen Streich zu spielen.
Aber kein Jan war zu sehen. Die Tür stand zwar offen, aber aus Jans Zimmer konnte Anna Jans typische Schlaflaute hören. Es ist schon ungewöhnlich, wenn ein 7-jähriger Knirps, na ja, nicht schnarcht, aber eben Geräusche beim Schlafen von sich gibt.
Anna setzte sich auf und besah sich ihr neues zu Hause etwas genauer. Ihr Zimmer war groß, größer als in Deutschland auf jeden Fall. Aber es fehlte noch vieles. Anna stand auf und schlüpfte in ihre Pantoffel. Gerade als sie loslaufen wollte, bemerkte sie eine Bewegung dicht neben sich.
Das konnte nur ein Traum sein, dachte sie bei sich, denn ihr war eben so, als wenn ein kleines Männchen die Zunge rausgestreckt hatte. Im nächsten Moment merkte Anna, wie sie ihre Füße nicht kontrollieren konnte und geradewegs auf die Erde klatschte. „Hihihi“ hörte es Anna.
„Aua, wer bist Du?“ Keine Antwort. Anna dachte immer noch an einen Traum, aber dieser war sehr schmerzhaft. Sie setzte sich wieder auf und bestaunte ihre Hausschuhe, denn die standen immer noch dort, wo Anna sie angezogen hatte. Nicht einen Millimeter bewegt hatten sich die Dinger. Anna wollte einen aufnehmen, als sie bemerkte, dass sich dieser nicht bewegen ließ.
„Jetzt reicht`s!“ schrie Anna und rannte in Jans Zimmer. Dieser hatte von dem ganzen Spuk nichts mitbekommen und gab weiterhin seine eigentümlichen Schlafgeräusche von sich. Anna warf sich auf ihn und hielt Jan an beiden Armen fest. „Du kleiner, gemeiner Kerl, was hast du mit meinen Hausschuhen gemacht?“ sagte sie. Jan wusste nicht was los war und schrie gleich los. Erschrocken wie er war, versuchte er sich zu befreien, was ein schier aussichtsloses Unterfangen war, wenn die eigene Schwester 4 Jahre älter ist.
Zum Glück bekamen Frederike und Peter den ganzen Lärm mit und liefen schnell in Jans Zimmer. Peter fragte nur, was denn los sei und zog Anna langsam aber bestimmt von Jan runter. Jan weinte bereits.
Frederike nahm Jan in den Arm und fragte ihn ebenfalls, was passiert ist, doch der arme Kerl war völlig ausser sich und schluchzte weiter.
Peter nahm sich Anna vor und fragte was in sie gefahren ist. Anna erzählte ihrem Vater von dem Nasenkitzeln und schimpfte dann wie ein Rohrspatz auf Jan los, dass dieser ihre Schuhe am Boden festgeklebt hat, sodass Anna hingefallen war. Peter sah sich die Schuhe von Anna an und bekam sie auch nicht von der Erde los. Er ging zu Jan und fragte ihn, was der Unsinn soll. Dieser beteuerte, dass er Annas Schuhe nicht angefasst hatte.
Peter sagte nur „Willkommen in Norwegen“ und winkte ab. „Das war unser Haustroll“.
(Ist noch nicht durch die Korrektur!)
















